
Dr. Lucian Dold
Senior General Manager
OMRON B.V.

Dr. Lucian Dold ist Senior General Manager Global bei der OMRON Corporation und zählt zu den erfahrensten Experten für industrielle Automatisierung, Digitalisierung und Twin Transformation in Europa.
Bereits im Alter von 14 Jahren programmierte er seine erste SPS-Steuerung – der Beginn einer inzwischen über 42-jährigen Karriere in der Automatisierungstechnik.
Der promovierte Ingenieur und Betriebswirt war in seiner Laufbahn unter anderem Entwicklungsingenieur für Embedded Systems, Produktmanager für Maschinensicherheit, Marketingleiter sowie Leiter Strategischer Vertrieb. Heute verantwortet er das Global Account Management für internationale Schlüsselkunden von OMRON.
Seine Dissertation „Bewertung von Investitionen in die digitalisierte Produktion“ verbindet wissenschaftliche Forschung mit praktischer Industrieerfahrung. Als Lehrbeauftragter bei der DHBW Stuttgart und Mitglied des VDMA-Expertenkreises „Twin Transformation“ beschäftigt er sich intensiv mit Digitalisierung.
Wie der virtuelle Zwilling die reale Produktivität treibt: Vom Produktivitätsparadox der digitalen Fabrik zur Physical AI in der realen Produktion
Worum geht es?
Die industrielle Welt erlebt derzeit einen beispiellosen KI-Boom: Generative AI, Agentic AI und Physical AI dominieren Strategiediskussionen und Technologiemessen.
Dennoch kämpfen viele Unternehmen mit einer zentralen Frage: Warum sind die Produktivitätseffekte in den Geschäftszahlen oft noch nicht sichtbar?
Die Antwort liegt im Produktivitätsparadox der digitalen Fabrik. Digitale Technologien erfordern zunächst erhebliche Investitionen in Daten, Modelle, Prozesse und Mitarbeiterkompetenzen. Der wirtschaftliche Nutzen entsteht zeitversetzt und wächst erst durch kontinuierliche Lern- und Skalierungseffekte exponentiell. Klassische ROI-Betrachtungen greifen daher zu kurz.
Gemeinsam haben OMRON und Dassault Systèmes hierfür einen erweiterten Ansatz entwickelt: den RODI (Return on Digital Investment). Dieser bewertet nicht nur kurzfristige Kosteneffekte, sondern auch die langfristigen Produktivitäts-, Wissens- und Skalierungsgewinne digitaler Technologien. Der entscheidende Hebel liegt dabei im Zusammenspiel von Virtual Twin und Physical AI. Der virtuelle Zwilling schafft Transparenz, Simulation und Optimierungsmöglichkeiten. Erst wenn diese Erkenntnisse durch autonome Systeme, intelligente Roboter und datengesteuerte Entscheidungen in die reale Fabrik übertragen werden, entsteht messbarer Geschäftswert. Genau dies wurde in OMRON’s manufacturing site in ’s-Hertogenbosch umgesetzt. Durch die Verbindung von Virtual Twin, Echtzeitdaten, autonomen mobilen Robotern und KI-gestützter Prozessoptimierung konnten nachhaltige Verbesserungen von über 35 % bei Produktivität und Linienauslastung erzielt werden.

OMRON B.V.

Mit Hauptsitz in Kyoto, Japan, ist die OMRON Corporation ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Automation.
Gegründet im Jahr 1933 und heute von Präsident Junta Tsujinagi, geleitet, beschäftigt OMRON mehr als 28.000 Mitarbeiter, um seinen Kunden in 130 Länder und Regionen auf einer Vielzahl von Anwendungsfeldern – mit Schwerpunkt auf die Industrieautomation – die gewünschten Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen.
Das Unternehmen ist in Regionalgesellschaften mit Sitz in Kyoto (Japan), Singapur (Asien und Pazifischer Raum), Hongkong (China), Amsterdam (Europa) und Chicago (USA) aufgeteilt.
Die europäischen Tochterunternehmen verfügen über eigene Entwicklungs- und Produktionsstätten und betreut die lokalen Kunden in allen europäischen Ländern.
In Deutschland ist OMRON mit der Landesgesellschaft in Langenfeld ansässig.
